Hochschulen

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Hochschulen
Hochschulen,
 
Oberbegriff f√ľr Einrichtungen des terti√§ren Bildungsbereichs zur Pflege der Wissenschaften durch Forschung und Lehre.
 
 Allgemeine Strukturmerkmale
 
S√§mtliche Hochschulen unterliegen staatlicher Rechtsaufsicht, werden entweder vollst√§ndig staatlich finanziert oder erhalten einen wesentlichen Zuschuss. Die Fachhochschulen unterstehen dar√ľber hinaus einer staatlichen Fachaufsicht. Hochschulen haben umfassende Selbstverwaltungsrechte, die aus der grundgesetzlich garantierten Freiheit von Forschung und Lehre (GG, Art. 5) resultieren. Die Hochschulen werden in zwei Bereiche unterschieden: 1) wissenschaftliche Hochschulen mit Promotions- und zum Teil Habilitationsrecht (z. B. Universit√§t, TU, TH, medizinische Hochschulen, tiermedizinische Hochschulen, Wirtschaftshochschulen, Sporthochschulen, p√§dagogische Hochschulen, Kunsthochschulen, Musikhochschulen, kirchliche Hochschulen, Fernuniversit√§t - Gesamthochschule in Hagen); 2) Hochschulen, die nicht als wissenschaftliche Hochschulen gelten und kein Promotionsrecht haben (z. B. √∂ffentlich zug√§ngliche Fachhochschule und verwaltungsinterne Fachhochschule). Hochschulen sind zumeist staatliche Einrichtungen, √ľberwiegend der L√§nder. Eine Sonderstellung nehmen die Gesamthochschulen (heute zumeist Universit√§ts-Gesamt-Hochschulen) ein, in der sonst selbstst√§ndige Institutionen des terti√§ren Bildungswesens organisatorisch und verwaltungsm√§√üig zusammengeschlossen wurden. Nur etwa ein Sechstel der Hochschulen sind in privater, meist kirchlicher Tr√§gerschaft (theologische Hochschulen und Fachhochschulen f√ľr Sozialarbeit). Daneben gibt es wenige private Hochschulen zumeist wirtschaftlicher Ausrichtung (z. B. European Business School). Als erste private Universit√§t in Deutschland wurde 1982 die Universit√§t Witten-Herdecke gegr√ľndet.
 
 Aufgaben
 
Die Aufgaben der Hochschulen sind durch das Hochschulrahmengesetz (HRG) vom 26. 1. 1976 folgenderma√üen definiert: Die Hochschulen dienen der Pflege und Entwicklung der Wissenschaften und K√ľnste durch Forschung, Lehre und Studium. Sie haben ferner die Aufgabe, auf berufliche T√§tigkeiten vorzubereiten, die die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden voraussetzen. Zu den weiteren Aufgaben gem√§√ü HRG geh√∂ren im Rahmen dieses Grundauftrags die Beseitigung der f√ľr Wissenschaftlerinnen bestehenden Nachteile, die F√∂rderung des wissenschaftlichen und k√ľnstlerischen Nachwuchses, die soziale F√∂rderung der Studierenden, die Ber√ľcksichtigung der Bed√ľrfnisse Behinderter, die F√∂rderung des Sports sowie der internationalen Zusammenarbeit im Hochschulbereich. Dieses weite Aufgabenspektrum verdeutlicht, dass den Hochschulen in der Vergangenheit zunehmend gesellschaftspolitische Zielsetzungen auferlegt wurden, die einen wissenschaftsfernen Charakter trugen. Die Spannung zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und wissenschaftsorientierter Selbstdefinition bestimmt neben strukturellen Problemen weiterhin die gegenw√§rtige Hochschulpolitik.
 
 Staat und Hochschule
 
Die Entwicklung des Hochschulwesens im fr√ľheren Bundesgebiet seit 1945 ist durch drei Merkmale gekennzeichnet: 1) das Anwachsen der Studentenzahlen von 127 000 (1950/51 auf 1 720 000 (1994), das mit einer Zunahme der Hochschulstandorte von 143 auf 259 verbunden war; 2) die Zusammenf√ľhrung der verschiedenen Hochschularten unter dem gemeinsamen rechtlichen Dach eines ¬Ľterti√§ren Bildungssektors¬ę; 3) die Ver√§nderung der organisatorischen Struktur, d. h. weg von der alleinigen Entscheidungsmacht der Professoren (¬ĽOrdinarien-Universit√§t¬ę) hin zu einem Mitwirkungsmodell, bei dem die Gruppen der Professoren, der wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Mitarbeiter sowie der Studenten gemeinsam entscheiden (¬ĽGruppenuniversit√§t¬ę), gekoppelt mit einer Aufl√∂sung der Fakult√§ten als den fr√ľheren organisatorischen Grundeinheiten der Universit√§t zugunsten von Fachbereichen.
 
Da die Hochschulen als institutionelle Einrichtungen die Zeit der nationalsozialistischen Diktatur insgesamt ohne gr√∂√üeren Vertrauensverlust √ľberstanden hatten, f√ľhrte dies zusammen mit der angloamerikanischen ¬ĽLocal-Government¬ę-Philosophie nach 1945 dazu, dass die vor 1933 traditionell bestehende Autonomie der Hochschulen nunmehr in einem Ma√üe vom Staat respektiert und gew√§hrleistet wurde wie nie zuvor in der deutschen Geschichte. 1972 best√§tigte das Bundesverfassungsgericht die Selbstverwaltungsgarantie in grundlegenden inhaltlichen Fragen der Forschung und wissenschaftlichen Lehre.
 
Das Verh√§ltnis von zentralstaatlichem Lenkungsanspruch und Hochschulautonomie hat sich seit den 50er-Jahren kontinuierlich zugunsten des Staates verschoben. Nachdem der Bund sich zun√§chst in der Forschungsf√∂rderung, sp√§ter in der Studentenf√∂rderung (Honnefer Modell, 1971 abgel√∂st durch das Bundesausbildungsf√∂rderungsgesetz - BAf√∂G) und seit Gr√ľndung des Wissenschaftsrates (1957) auch im Bereich des Hochschulbaus engagiert hatte, spitzte sich die Diskussion im Laufe der 60er-Jahre zu. Rasch wachsende Geburtenzahlen, eine im internationalen Vergleich erhebliche R√ľckst√§ndigkeit des Schul- und Hochschulwesens bez√ľglich der Absolventenzahlen - bezogen auf die durchschnittliche Zahl der gleichaltrigen Bev√∂lkerung - und das Postulat nach dem ¬ĽB√ľrgerrecht auf Bildung¬ę lie√üen den Ausbau des gesamten Bildungssystems und damit auch des Hochschulwesens zu einer vordringlichen politischen Aufgabe der 60er-Jahre werden. Der Wissenschaftsrat empfahl in drei Memoranden (1960, 1967 und 1970) den z√ľgigen Ausbau der Hochschulen. Unklar blieb zun√§chst, welche Steigerungsraten der expansiven Planung zugrunde gelegt werden mussten. Ging man 1960 noch von 200 000 Studienpl√§tzen als ausreichend aus, so einigte man sich 1976 auf ein Ausbauziel von 850 000 Pl√§tzen. Dieses ist seitdem nicht mehr wesentlich erweitert worden. 1994 teilten sich die 1 720 000 Studierenden rd. 900 000 Studienpl√§tze. Eine kurz- oder mittelfristige Erh√∂hung des Budgets f√ľr den Hochschulbereich ist aus heutiger Sicht unrealistisch. Seit der Mitte der 90er-Jahre wird √ľber eine L√∂sung dieses Strukturproblems gestritten.
 
 Hochschulrecht
 
Das Verh√§ltnis von Hochschulen und Staat wurde zwischen 1969 und 1980 rechtlich neu gefasst. 1969 wurden das GG ge√§ndert und dem Bund die Gesetzgebungskompetenz f√ľr Rahmenvorschriften √ľber die allgemeinen Grunds√§tze des Hochschulwesens einger√§umt (Art. 75 Nummer 1a GG). Ferner nahm man den Hochschulbau in die Gemeinschaftsaufgaben von Bund und L√§ndern auf und schuf die daf√ľr notwendigen Instrumentarien (Art. 91a, 91b, 104a GG). In Ausf√ľhrung des Art. 75 GG wurde 1976 das HRG verabschiedet, das 1985 erhebliche √Ąnderungen erfuhr. In der Phase von 1976 bis 1980 passte man die Landeshochschulgesetze dem HRG an. Seit 1997 werden weit reichende √Ąnderungsvorschl√§ge zum HRG diskutiert, wobei in der Tendenz eine R√ľcknahme des Bundes zugunsten st√§rkerer Landeshochschulgesetze zu erkennen ist. Strittige Themen sind v. a. die Einf√ľhrung von Studiengeb√ľhren und die Abschaffung der allgemeinen Hochschulreife (Abitur) zugunsten eines fachspezifischen Hochschulzugangs unter direkter Beteiligung der aufnehmenden Hochschule. Er√∂rtert wird dar√ľber hinaus die Einf√ľhrung von Hochschulr√§ten nach dem Vorbild amerikanischer ¬ĽBoards¬ę, die als beratendes und √ľber Ressourcen entscheidendes Gremium der Hochschulleitung zur Seite stehen sollen.
 
Zentraler inhaltlicher Bezugspunkt des Hochschulrechts ist die Bestimmung des Art. 5 Absatz 3 GG, die die Wissenschaftsfreiheit garantiert. Darin wird sowohl die institutionelle Funktionsgarantie als auch die individuelle Absicherung der Forschenden und dar√ľber hinaus der Schutz der Forschungseinrichtungen ausgesprochen. Unter dem Gesichtspunkt steigender Studentenzahlen hat seit den 70er-Jahren die Rechtsnorm des Art. 12 GG f√ľr den Hochschulbereich erhebliche Bedeutung. Die dort garantierte Freiheit der Berufswahl f√ľhrte im Verbund mit dem Sozialstaatsprinzip und dem Gleichheitsgrundsatz zum Entscheid des Bundesverfassungsgerichts, dass jedem hochschulreifen Studienbewerber das prinzipielle Recht zur Aufnahme eines Studiums als Form der Berufsvorbereitung zusteht (Numerus clausus).
 
Die wechselseitige Anerkennung der Hochschuldiplome f√ľr mindestens dreij√§hrige Studieng√§nge ist auf europ√§ischer Ebene durch die Richtlinie 89/48 des Rates der EG aus dem Jahre 1988 geregelt. 1992 wurde ein Memorandum zur Hochschulbildung in der EU verabschiedet, das die Hochschulen vorwiegend unter dem Gesichtspunkt ihrer wirtschaftlichen Bedeutung f√ľr die regionale und nationale Entwicklung thematisierte und ihre Anpassung an die Bed√ľrfnisse der Wirtschaft forderte. Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) trat dagegen f√ľr eine Beibehaltung der unabh√§ngigen Position gegen√ľber der Wirtschaft ein. Europ√§isierung der Hochschulen soll erreicht werden durch eine St√§rkung der bilateralen Beziehungen zwischen Hochschulen und durch die Entwicklung integrierter Studieng√§nge, die teilweise an ausl√§ndische Partnerhochschulen absolviert werden sollen.
 
 Forschung
 
Der besondere Charakter der Forschung an den wissenschaftlichen Hochschulen in Deutschland ist darin begr√ľndet, dass 1) an ihnen systematische Wissenschaftspflege in universaler Breite des F√§cherspektrums betrieben wird, 2) Grundlagenforschung ohne Einschr√§nkung auf vorher festgelegte Verwendungszwecke erm√∂glicht wird und 3) die wissenschaftlichen Hochschulen den wissenschaftlichen Berufsnachwuchs, einschlie√ülich des Forschungsnachwuchses, ausbilden.
 
 Lehrkörper- und Selbstverwaltungsstruktur
 
Seit den 70er-Jahren haben sich erhebliche Ver√§nderungen ergeben. Entgegen dem fr√ľheren Lehrstuhlprinzip, wonach ein Fach an einer Hochschule von einem einzigen planm√§√üigen Hochschullehrer (Ordinarius) vertreten wurde, entstanden vermehrt Professuren f√ľr differenziertere Berufsgebiete. Gleichzeitig wurden in allen L√§ndern (au√üer Bayern) organisatorisch Lehrst√ľhle als bis dahin kleinste Verwaltungseinheiten der Hochschulen abgeschafft. Formale Voraussetzung zur Berufung auf eine Professur an einer wissenschaftlichen Hochschule ist in der Regel die Habilitation. Professoren an Fachhochschulen sind in der Regel nicht habilitiert. Wesentliches Auswahlkriterium f√ľr Berufungen sind Forschungsleistungen. In der Selbstverwaltung der Hochschulen erhielten seit Beginn der 70er-Jahre auch die wissenschaftlichen Mitarbeiter (¬Ľakademischer Mittelbau¬ę), die Studierenden und die nichtwissenschaftlichen Mitarbeiter Stimmrecht. In Angelegenheiten der Forschung, der Berufung, der Nachwuchsqualifikation und zum Teil der Lehre verf√ľgt die Gruppe der Professoren √ľber die Mehrheit der Stimmen. Das Personal der staatlichen Hochschulen meist Beamte und Angestellte - geh√∂rt zum √∂ffentlichen Dienst der L√§nder, was Auswirkungen auf die Mobilit√§t der Lehrer in Abh√§ngigkeit vom Lebensalter hat (Berufungsgrenze).
 
 Quantitative Entwicklungen im Hochschulbereich
 
Die Anzahl der Hochschulen hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten stark erh√∂ht. Die Zahl der Universit√§ten und TU stieg von 31 Ende der 50er-Jahre auf 72 im Jahr 1994 (fr√ľheres Bundesgebiet) an. Aus den Hochschuleinrichtungen der DDR sind im Zuge der Neustrukturierung des Hochschulwesens 14 Universit√§ten, eine Hochschule mit begrenztem F√§cherspektrum, 30 Fachhochschulen und 12 Kunsthochschulen hervorgegangen. Insgesamt existieren in Deutschland 326 Hochschuleinrichtungen, davon 112 Universit√§ten und gleichgestellte Hochschulen, 46 Kunsthochschulen sowie 168 Fachhochschulen einschlie√ülich Verwaltungsfachhochschule Der Anteil der Studierenden am Durchschnitt der gleichaltrigen Wohnbev√∂lkerung betr√§gt im fr√ľheren Bundesgebiet 26,6 %, im Gebiet der neuen L√§nder 13,7 % (insgesamt: 24,3 %).
 
 Studium und Lehre
 
Das Studium an einer Hochschule ist in einem Studiengang organisiert, dessen inhaltliche und formale Ausgestaltung eine Studienordnung regelt. Es bestehen etwa 70 Diplom- und 40 Magisterstudieng√§nge. Die Studiendauer umfasst an wissenschaftlichen Hochschulen i. d. R. mindestens vier, an Fachhochschulen mindestens drei Jahre; tats√§chlich wird jedoch erheblich l√§nger studiert. Die Senkung der effektiven Studiendauer ist deshalb ein vorrangiges Ziel der Hochschulpolitik. Die einzelnen Studieng√§nge werden durch ihre Abschl√ľsse gepr√§gt. In Berufen mit staatlich reglementierter Zugangskontrolle (z. B. Medizin, Pharmazie, Jura, Lehramt) schlie√üen die Studieng√§nge mit einem Staatsexamen ab. Ansonsten ist der erste Studienabschluss in den geisteswissenschaftlichen F√§chern die Magisterpr√ľfung oder das Diplom. Der Magisterstudiengang zeichnet sich durch die gr√∂√üte Flexibilit√§t hinsichtlich m√∂glicher F√§cherkombinationen und studierter Inhalte aus, w√§hrend das Diplomstudium Nebenfachstudien nur in geringem Umfang zul√§sst. Die Studieng√§nge der Fachhochschulen schlie√üen mit dem Diplom ab. Das Graduiertenstudium (nach dem ersten Abschluss) an wissenschaftlichen Hochschulen endet mit der Promotion, die als Nachweis zur Bef√§higung zur Forschung gilt. Das Diplom ist ein deutsches Spezifikum, das vor dem Hintergrund der Globalisierung zu Problemen f√ľhrt, weil im internationalen Bereich der Begriff ¬ĽDiploma¬ę einen berufsbezogenen Abschluss unterhalb des akademischen Niveaus bezeichnet. In den 90er-Jahren wird die Einf√ľhrung von Kurzstudieng√§ngen, die mit der Pr√ľfung zum ¬ĽBakkalaureus¬ę abschlie√üen, an Universit√§ten diskutiert. Problematisch erweist sich dabei die Frage, in welchem Verh√§ltnis diese neuen Studieng√§nge zu denen an Fachhochschulen stehen sollen.
 
Die wichtigsten Formen der Lehre an Hochschulen sind traditionell Vorlesung und Seminar. In der ¬Ľgro√üen Vorlesung¬ę soll eine systematische Darstellung eines umfangreichen Stoffgebietes gegeben werden, im Unterschied zu Spezialvorlesungen, die eine wissenschaftliche Vertiefung erm√∂glichen. Seminare sind meist forschungsbezogene Lehrveranstaltungen, in denen im Idealfall personell kleine Gruppen von Studierenden die Gelegenheit haben, sich in individueller F√∂rderung durch den Hochschullehrer zu qualifizieren. Neben diesen beiden prim√§r am Medium der Sprache orientierten Lehrveranstaltungsformen gibt es als dritte Form das Praktikum, das eine forschungspraktische oder berufsorientierte Ausrichtung haben kann. Andere Lehr- und Lernformen (z. B. Exkursion, Projektarbeit, Kurs) sind meist fachspezifisch. Seit den 90er-Jahren wird mit verschiedenen Formen multimedialer Lehr- und Lernsysteme experimentiert. Die Qualit√§t der Lehre soll durch den Einsatz regelm√§√üiger Evaluationen (Fremd- und Selbstbewertung) in Form von Lehrberichten gesichert und verbessert werden.
 
In der DDR wurde aufgrund der dritten Hochschulreform von 1967 die wissenschaftliche Hochschule in zwei Leitungsebenen gegliedert: 1) der Rektor und seine Stellvertreter (Prorektoren), beraten vom ¬ĽWissenschaftlichen Rat¬ę (von dem diese auch gew√§hlt wurden) und vom ¬ĽGesellschaftlichen Rat¬ę; 2) die Direktoren der Sektionen (d. h. der einzelnen F√§cher oder F√§cherkombinationen). Zugleich wurde eine Studienreform eingeleitet. Die Regelstudienzeit (vier Jahre) gliederte sich in Grund- und Fachstudium, Praktikum, Berufspraktikum und milit√§rische Ausbildung (Frauen in Zivilverteidigung); im f√ľnften Jahr Diplompr√ľfung. Das Studium war curricular straff organisiert. Ein anschlie√üendes Forschungsstudium f√ľhrte zur Promotion. Zu eng berufsbezogene Fachstudieng√§nge gab man wieder auf. Im Rahmen der 1980 aufgestellten Leitlinien wurde 1984 eine weit reichende Neuordnung als Modellversuch aufgenommen: Die Grundbildung der Ingenieurhochschulen und der TH wurde vereinheitlicht (auf Hochschulniveau angehoben), die Studieng√§nge der Ingenieurhochschulen zum Techniker (Produktionsingenieur) und die der TU zum Diplomingenieur (Entwicklungsingenieur) bauten gleicherma√üen auf dieser Grundbildung auf. Entsprechendes galt f√ľr einige Studieng√§nge der technischen Hochschulen. - Es bestanden zuletzt neun Universit√§ten, 15 TH und Ingenieurhochschulen, zwei √∂konomische Hochschulen, zwei landwirtschaftliche Hochschulen, neun p√§dagogische Hochschulen, drei medizinische Akademien, die Akademie f√ľr Staats- und Rechtswissenschaft, zw√∂lf Kunsthochschulen, die Deutsche Hochschule f√ľr K√∂rperkultur sowie milit√§rische Hochschuleinrichtungen, Parteihochschulen der SED, Hochschulen des FDGB, Hochschulen der FDJ.
 
In √Ėsterreich ist die Freiheit der Wissenschaft und ihrer Lehre durch Art. 17 des Staatsgrundgesetzes vom 21. 12. 1867 verfassungsm√§√üig gew√§hrleistet, die Lernfreiheit durch ¬ß 7 des Allgemeinen Hochschulstudiengesetzes vom 15. 4. 1966. Der Zugang zum Hochschulstudium steht allen inl√§ndischen Studienberechtigten ohne Zulassungsbeschr√§nkungen offen. Die Hochschulen stehen unter Bundeshoheit, zust√§ndig ist das (1970 errichtete) Bundesministerium f√ľr Wissenschaft und Forschung in Wien. Die Selbstverwaltung der Hochschulen erfolgt durch drittelparit√§tisch (Professoren, akademischer Mittelbau, Studierende) gew√§hlte Kollegialorgane wie den Akademieen Senat, die Fakult√§tskollegien u. a. Die Universit√§ts-Versammlung w√§hlt den Rektor (auf zwei Jahre). Die wichtigste gesetzliche Grundlage ist neben dem Allgemeinen Hochschulstudiengesetz das Universit√§ts-Organisationsgesetz vom 11. 4. 1975.
 
In der Schweiz fallen die Freiheit von Lehre und Forschung und bestimmte Selbstverwaltungsbefugnisse in den Autonomiebereich der Hochschulen. Die Organe setzen sich (je nach Tr√§gerkanton beziehungsweise Bund unterschiedlicher Schl√ľssel) aus gew√§hlten Vertretern der Professoren und zum Teil des akademischen Mittelbaus und der Studenten zusammen. F√ľr Lehre und Forschung an Hochschulen wichtige gesamtschweizerische Organe sind v. a. der Schweizerische Nationalfonds zur F√∂rderung der wissenschaftlichen Forschung (gegr√ľndet 1952), der Schweizerische Wissenschaftsrat (gegr√ľndet 1966), die Schweizerische Hochschulkonferenz (gegr√ľndet 1969), ein gemeinsames Organ von Bund und Kantonen, und die Hochschulrektorenkonferenz. Die Gesamtausgaben f√ľr Forschung und Entwicklung werden zu fast 90 % von der Privatwirtschaft aufgebracht, die eigene Forschungsabteilungen unterh√§lt; an den Hochschulen wird Grundlagenforschung betrieben.
 
 
Dt. H. u. Europa. Das Zusammenwachsen der dt. H. im Rahmen der europ. Einigung, hg. v. P. Eisenmann u. a. (1990);
 
Gemeinschaftsaufgaben von Bund u. Ländern im Hochschulbereich, hg. v. K. Faber u. a. (21991);
 P. Gerlich: H. u. Effizienz. Anstöße zur universitären Selbstreflexion (Wien 1993);
¬†M. Heinisch u. W. Lanthaler: Im Brennpunkt Univ. Neue Wege der √Ėffentlichkeitsarbeit (1993);
 
H. - Staat - Politik, hg. v. A. Neusel u. a. (1993);
 
H. auf gemeinsamem Weg. Kooperationsbeziehungen dt. H. mit H. u. Wiss.‚ÄĒEinrichtungen in Mittel-, Ost- u. S√ľdosteuropa, bearb. v. E. M√ľhle u. a. (1993);
 
Hochschulpolitik im internat. Vergleich, Beitrr. v. L. Goedegebuure u. a. (1993);
 
Kinder des Systems. DDR-Studenten vor, im u. nach dem Herbst '89, Beitrr. v. M. Sieber u. a. (1993);
 J. Wilhelmi: Krisenherd H. Dt. Universitäten zw. Wahn u. Wirklichkeit (1993);
 
Aufbruch u. Reform von oben. Ostdt. Universitäten im Transformationsprozeß, hg. v. R. Mayntz (1994);
 J. Mittelstraß: Die unzeitgemäße Univ. (1994);
 R. Stichweh: Wiss., Univ., Professionen. Soziolog. Analysen (1994).
 
Hier finden Sie in √úberblicksartikeln weiterf√ľhrende Informationen:
 
Universität im Mittelalter: Von der Klosterschule zur Alma Mater
 
Hochschulen: Die ersten Universitäten in Bologna, Oxford und Paris
 

Universal-Lexikon. 2012.

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